Nicht jede Website braucht ein komplettes Redesign, um barrierefrei zu werden. Es gibt viele einfache Stellschrauben, die deine Website sofort nutzerfreundlicher machen.
<nav>, <main>, <footer>Accessibility-Widgets versprechen schnelle Hilfe: ein kleiner Code-Schnipsel, ein Icon am Bildschirmrand – und schon soll die Website barriereärmer sein. Klingt gut? Ist es auch. Aber jedes Tool hat seine ganz eigenen Stärken und Schwächen. Hier bekommst du einen klaren Überblick über drei der bekanntesten Lösungen:
UserWay ist weltweit einer der bekanntesten Anbieter. Kein Wunder: Das Widget bringt über 100 Funktionen mit und kann sicher alles, was du dir von einem Accessibility-Widget nur wünschen kannst.
Die Integration ist super einfach: Script einbauen, aktivieren, fertig. Für viele CMS – zum Beispiel WordPress – gibt es fertige Plugins, wodurch das Setup fast schon „Plug & Play“ ist.
UserWay orientiert sich stark an internationalen Standards wie WCAG, ADA und Section 508. Damit eignet sich das Widget gut für Websites, die Besucher aus verschiedenen Ländern haben – besonders, wenn die USA wichtiger Teil des Zielmarktes ist.
Die große Stärke von UserWay ist zugleich eine Schwäche: die enorme Funktionsvielfalt. Mehr als 100 Optionen klingen toll, aber viele Menschen fühlen sich in so einer überladenen Oberfläche schnell verloren. Oft werden am Ende nur 3 bis 5 Funktionen genutzt - der Rest bleibt ein wenig übersichtliches “nice to have”.
Dazu kommt: UserWay ist in Sprache, Recht und Ausrichtung sehr US-zentriert. Für Europa fehlen manchmal klare Aussagen zur praktischen Umsetzung – insbesondere im Hinblick auf EN 301 549 oder nationale Gesetze wie das BFSG.
Wie bei den meisten Widgets handelt es sich um ein Overlay. Das bedeutet: Es kann die Nutzung erleichtern, aber keine strukturellen Barrieren im Code lösen – und genau dort entstehen viele Accessibility-Probleme.
Und auch beim Datenschutz heißt es: genau hinschauen. UserWay ist kein europäischer Dienst. Wenn sensible Daten im Spiel sind, sollte man prüfen, wohin Daten übertragen werden.
AccessiWay setzt stark auf Künstliche Intelligenz. Das Tool durchsucht automatisch deine Website, erkennt Barrieren und versucht sie zu korrigieren – zum Beispiel mit automatischen Alt-Texten für Bilder oder Verbesserungen in der Struktur.
Besonders spannend ist, dass AccessiWay nicht nur das Widget liefert, sondern auch eine Analyse-Software im Hintergrund bereitstellt. Diese Kombination aus Widget + automatischer Korrektur macht AccessiWay zu einem technisch durchaus fortgeschrittenen Tool.
Das Widget selbst bietet eine große Auswahl an Bedienhilfen: Textvergrößerung, Kontraständerung, Animationen stoppen, Links hervorheben, Zeilenfokus und einiges mehr. Für Menschen, die individuelle Einstellungen brauchen, ist es eine ordentliche Unterstützung.
Praktisch ist auch: Die Plattform bietet viele Infos, Erklärungen und eine klare Übersicht darüber, was das Tool leisten kann – und was nicht. Das ist nicht selbstverständlich in diesem Markt.
AccessiWay hat außerdem einen echten Europa-Bonus: Das Unternehmen stammt aus Europa (mit Standorten in Italien, Deutschland, Frankreich) und kennt damit die Anforderungen vieler europäischer Märkte sehr genau. Gleichzeitig wird das Tool weltweit eingesetzt und unterstützt mehrere Sprachen. Das macht AccessiWay zu einer Lösung, die europäische Standards versteht, aber international wirksam ist – ein Vorteil, den viele rein US-fokussierte Anbieter so nicht mitbringen.
AccessiWay sagt selbst: Das Widget allein ist keine Garantie für vollständige Barrierefreiheit. Es verbessert deine Seite, aber ersetzt nicht die gründliche Arbeit am Code oder am Inhalt. Viele Funktionen sind Overlay-basiert – das bedeutet: Das Tool legt eine Ebene über deine Website, ohne alle echten Probleme wirklich zu beheben.
Wie bei UserWay kommt auch hier hinzu, dass der Funktionsumfang schnell komplex wirken kann. Betreiber von kleineren Websites fühlen sich damit schnell überfordert oder zahlen am Ende für Features, die sie gar nicht nutzen.
Ein weiterer Punkt: KI bedeutet immer Datenverarbeitung. AccessiWay erklärt, wie mit Daten umgegangen wird, aber gerade in sensiblen Bereichen (Gesundheit, Finanzen, öffentliche Stellen) sollte man wirklich genau hinschauen
AccessGO hat ein ganz anderes Mindset als viele internationale Widgets. Hier geht es nicht darum, möglichst viele Funktionen in ein buntes Multitool zu packen, sondern darum: „Wie erfülle ich die gesetzlichen Anforderungen möglichst einfach, verständlich und zuverlässig?“ Und genau das macht AccessGO extrem stark.
Das Widget wurde vornehmlich für den deutschen und europäischen Markt entwickelt. Also für alle Websites, die sich an WCAG, EN 301 549 und an die europäischen Accessibility-Gesetze halten müssen. Das schließt natürlich auch das deutsche Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) ein, das seit Sommer 2025 gilt.
Genau hier glänzt AccessGO: Es übersetzt die komplizierten gesetzlichen Anforderungen in einfache, klare Sprache und sorgt dafür, dass du sehr schnell verstehst, was du konkret tun musst. Das nimmt viel Druck raus — gerade weil das Thema oft kompliziert wirkt.
Dazu kommt, dass AccessGO in Deutschland entwickelt und gehostet wird. Das heißt: Keine Umwege über US-Server, keine rechtlichen Unsicherheiten, keine komplizierten Zusatzverträge. Für viele Menschen ist das ein echter Selling-Point.
Kurz gesagt: Mit AccessGO bekommst du ein schlankes, verständliches und gleichzeitig sehr wirkungsvolles System, wenn du in Europa sitzt.
AccessGO ist sehr klar auf „Pflicht erfüllen“ und „Risiken vermeiden“ ausgerichtet. Das ist gut für die Rechtssicherheit, aber weniger emotional. Wer Barrierefreiheit als „Herzensprojekt“ kommunizieren will, braucht vielleicht ergänzende Funktionen.
Wie alle Widgets ist auch AccessGO kein magischer Knopf, der aus einer schlechten Website plötzlich eine perfekte barrierefreie Seite macht. Es hilft dir bei technischen Problemen, prüft regelmäßig nach und bietet Erklärungen – aber einige Barrieren musst du weiterhin direkt im Design oder Code beheben.
Außerdem richtet sich das Tool eher an klassische Websites. Sehr komplexe Apps oder Speziallösungen brauchen zusätzlich eigene Accessibility-Konzepte.
Alle Tools machen deine Seite zugänglicher, aber keine davon ersetzt die Grundlagen echter Barrierefreiheit.
Für nachhaltige, gesetzeskonforme Accessibility brauchst du:
Ein Widget ist ein Booster, kein Ersatz.
Viele Browser bringen von Haus aus Accessibility-Funktionen mit. Damit diese optimal funktionieren, braucht deine Website:
<meta>Tagsrole="main" oder aria-labelDiese Maßnahmen verbessern Screenreader-Kompatibilität ohne zusätzliche Tools.
Bevor du optimierst, solltest du wissen, wo du aktuell stehst. Dafür gibt es eine Vielzahl an Tools – manche kostenlos, manche extrem umfassend. Ein Audit zeigt dir klar, welche Barrieren bestehen und wie du deren Abbau priorisieren solltest.
SEMrush bietet eine dedizierte Accessibility-App, die speziell für Barrierefreiheits-Checks entwickelt wurde.
Was sie kann:
Viele Anbieter – z. B. AccessiWay – bieten zusätzliche gratis Scanner bzw. schnelle Checks an.
Das bedeutet:
Diese Scans reichen oft für eine erste Sichtung, sollten jedoch durch ein vollständiges Audit ergänzt werden – insbesondere wenn du gesetzliche Vorgaben erfüllen musst.
Barrierefreiheit ist kein „nice to have“, sondern Pflicht – und bringt dir gleichzeitig bessere Usability, bessere SEO und zufriedenere Nutzer. Mit gezielten Sofortmaßnahmen, einem passenden Accessibility-Widget und einem gründlichen Audit machst du deine Website schnell zukunftsfähig.